Gegründet wurde WUNDERbar g.V. zu der Zeit, als die Not der Flüchtlinge in Deutschland noch sehr groß war, die Kinder aus Syrien ohne Schuhe oder Jacken bei uns strandeten.

Inzwischen haben wir uns aus der Flüchtlingshilfe zurückgezogen und unterstützen jetzt andere Projekte, die uns auch sehr am Herzen liegen - z. B. Kinder stärken ( T-Shirt-Aktion)


Kinder der Nacht

(Text von Natice)


Polizisten mit Maschinengewehren, ein Objekt in der Unterführung: Polizisten, die uns wegschicken, weil sie nicht wissen, was es ist.


Ein paar Flüchtlinge, die nach Dortmund wollen und an folgenden Bahnhöfen umsteigen müssen: ca. 21 uhr: Mannheim, Ludwigshafen, Mainz, Bacharrach (noch NIE gehört!!), die restlichen 4 oder 5 Stationen konnte ich mir nicht merken...Ankunft Dortmund: 7 uhr

 

Der SWR, der uns begleitet und fast alles aufzeichnet, doch ich muss mir heute trotzdem was von der Seele schreiben: viel zu viele kinder in dieser nacht!


Ich habe alleine etwa 8 Kinder gezählt...manche viel zu dünn gekleidet, manche krank, manche hungrig.


Eine Familie aus dem Jemen: ihr Zug fährt erst in 5 Stunden. die zwei Kinder schlafen auf unserer Bank ein, nachdem sie heiße Suppen und Brote bekomen haben.


Am schlimmsten: eine kurdische Familie aus Syrien, möchte zu Verwandten nach Basel, ihr Zug fährt erst in 8 Stunden: die ganze Familie hat seit 3 tagen nichts gegessen, die Mutter konnte ihr Baby nicht mehr stillen, weil sie selbst nichts zu essen bekam.

 

Das Baby hatte Socken an. Ich greife nach einem Fuß. Kalte Füße, kalte Hände.

 

Warme Sachen für kinder haben wir zum Glück genug. Leider keinen Kinderwagen mehr. Unseren letzten haben wir heute einer anderen Mutter mit Baby gegeben.

 

Die Kamera filmt die drei Kinder. Mittlerweile schläft auch das Baby auf unserer Bank. Alle um uns herum sind still, irgendwie ein bedächtiger Moment, keiner redet mehr. ein paar junge Flüchtlinge stehen auch bei uns; eben noch in eine Unterhaltung vertieft, schauen sie nachdenklich und traurig zu den Kindern.

 

Mir wird schwer ums Herz, mir kommen die Tränen.

 

Es war viel zu kalt in dieser Nacht und viel zu viele Kinder in der Nacht

 

Alle Fotos (C) Gabriela Hilf



Sterne funkeln am Gleis 2

 

und scheinen auf die Flüchtlingskinder, die jetzt vermehrt auch in unserer Region kommen.


Ich treffe auf Mütter, die in ihrer viel zu dünnen Kleidung durchgefroren und mit ihren Kräften total am Ende sind, komplett erschöpft. Was sie wohl durchgemacht haben? Besser, ich weiß es nicht ………unendliches Mitgefühl erfüllt mich.


Ich nehme ein Baby zu mir, es ist federleicht und seine kleinen Händchen sind kalt. Zu Essen hatte diese syrische Familie schon länger nichts mehr, erfahre ich. Während weitere Bahnhofshelfer ein Fläschchen zubereiten, spreche ich mit dem syrischen Baby, erkläre auf deutsch/pfälzisch dass es noch ein bisschen dauert ……….da beginnt es zu lächeln und es ist, als ob es mir zuflüstern möchte … Geduld …Geduld ……..


Ja, es ist mir schon oft aufgefallen, sobald man sich den Flüchtlingskindern liebevoll zuwendet, beginnen sie zu lächeln. Keines „fremdelt“, sondern sie sind sehr zutraulich, offen und freuen sich beachtet zu werden.


Lächeln, als ob auch sie etwas geben möchten. Zurückgeben. Und ich empfinde, dass sie mehr geben, als sie erhalten haben.
Ihr Lächeln ist so rein, es kommt so von innen und wird von einem Leuchten in den Augen begleitet.


Fotografieren konnte ich es noch nie…weil man halt in diesem Moment einfach nicht fotografieren kann. Es ist nur ein Bild fürs Herz. Darin bleibt das wundervolle Lächeln der Flüchtlingskinder nun ewig abgespeichert. Wenn ich die Augen schließe, an sie denke, sind die berührenden Bilder der lächelnden Kinder sofort da und schenken mir Kraft. Es ist wie ein Weihnachtswunder.

Mein Gott, was sind da derzeit für Schätze unterwegs.


Mögen sie hoffentlich auf Menschen treffen, die ihre Liebe sehen, ihren Wert erkennen, das Gute in ihnen fördern.


Mir ist überhaupt nicht mehr kalt am Gleis 2 – die Flüchtlingskinder haben mich gewärmt.

 


ICH GLAUBE NICHT AN WUNDER.

ICH VERLASSE MICH AUF SIE.
         BHAJAN


Spenden sammeln ...prüfen ....und wieder verteilen .................ZUSAMMEN geht es leichter und macht auch Freude!


März 2016


Bargeldspende 200 € an die Bahnhofshelfer Mannheim (da ihre Kasse gerade ganz leer war)


Aber auch: Auto mit Decken und Bettwäsche vollgeladen und zum Camp LU gefahren.......

die Jungs freuten sich über Kopfkissen


Ausflug nach Mutterstadt ins CAFE NOSTALGIE. Besitzer spricht arabisch und nahm sich sehr viel Zeit zum erzählen und erklären. Die Jungs fanden das bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen (auf Vereinskosten) heute WUNDERbar. Eine sehr wichtige Abwechslung vom tristen Campleben mit den Sorgen, warten, Schlafmangel usw.

 


Nouh hat Arbeit durch WUNDERbar g.V., aber die Fahrtkosten (täglich mit der Straßenbahn) sind derzeit für ihn noch sehr schwer aufzubringen. HEUTE bekam er aus Spenden ein Herrenrad, Korb, Sturzhelm, Schloss, Luftpumpe und Adapter. Er hat sich sooo gefreut.


Gerne habe ich auch viele Stunden mitgearbeitet - nachts am Gleis 2

Bahnhof Mannheim

(manchmal bis in den frühen morgen)



.......alles auslegen

und schon sind die ersten da, freuen sich über warme Sachen ...


Spendenverteilung vor dem Camp in LU - jeder nahm sich was er brauchte, keiner nahm sich mehr.....das fasziniert mich immer wieder.



Gemeinsam mit mehreren Frauen haben wir entschieden, dem Leben etwas zurück zu geben, denn uns geht es weitgehend doch sehr gut. Einfach mal Hilfsaktionen zu unterstützen oder selbst zu reagieren, wenn Mitmenschen oder Tiere in Not sind. Inwzischen sind wir weiter gewachsen, als Gruppe und auch mit den Hilfsaktionen. Unsere Mamitage sind besonders beliebt, denn sie schenken den Frauen auch Beachtung und Würde,