Ein WUNDERbar-Tag in Sri Lanka


Dank Sigrid, Reiner und Alfred konnten 18 Kinder und 3 Mamas aus der "Stadtrandsiedlung" mit mir einen schönen Tag in Schwetzingen im Alla Hopp Park verbringen. Diese wunderbare Anlage kann man kostenlos besuchen, das Kiosk hat moderate Preise und die Anlage verfügt auch über genügend WCs. Alle waren begeistert. Es war ein WUNDERbarer Tag.


 

"Es lebt ein andersdenkendes Geschlecht"
(Johann Christoph Friedrich von Schiller)

 

Diese Exemplare haben dem 2. Mami-Tag von WUNDERbar g.V. zwar geschadet, aber wir haben dann doch das Beste draus gemacht.

Sechs Frauen habe ich aus ihrer Stadtrandsiedlung zum „shoppen“ geholt. Kinder konnten leider nicht mit, was den Missmut eines Mannes hervorgerufen hat. Zwei Stunden auf seine Kinder aufpassen zu müssen, damit war er überfordert, quälte seine Frau mit Anrufen und wollte ständig wissen, wann sie zurück ist. Die Arme wurde immer nervöser.

 

Die zweite Stunde galt dem shoppen im Discounter, doch schon wieder ein Anruf und der „Andersdenkende“ verbot ihr irgendetwas mitzunehmen. NEIN – auch nicht geschenkt – NICHTS. So legte sie traurig die Sachen in die Regale zurück, während die fünf anderen Frauen weiter einpacken durften. Es zerrupfte mich fast, aber es steht mir nicht zu, mich über die Order ihres Mannes hinwegzusetzen. Auch wenn es schwer fällt, der persönliche Wille muss geachtet werden. Mir blieb nur ihr wortlos Mitgefühl und Streicheleinheiten zu schenken.

Der Hit bei Bukuri aus Albanien und Useinova aus Mazedonien war Weichspüler. Auch Blerina wünschte sich eine große Flasche und ich unterdrückte meinen Impuls, einen Gesundheitsvortrag zu halten. „Nehmt stattdessen Essig zum letzten Waschgang“, wollte ich sagen, aber die Gesichter strahlten so sehr über die bauchigen Plastikflaschen. Ich habe noch nie Menschen sich so über eine Flasche Weichspüler freuen sehen.

 

"Düfte sind wie Musik für unsere Sinne"
(aus Persien)

Gerne wäre ich mit den Mamis noch ein Eis essen gegangen, habe aber wegen Ramadan darauf verzichtet, denn sonst hätten zwei nur zuschauen dürfen. Große Augen machten sie dann an der Kasse, die Endrechnung betrug 170 €. Doch ein Teil war meine Schuld, denn da die Frauen sich nicht wirklich trauten einzupacken, füllte ich noch die Einkaufswagen mit Obst, Gemüse, Pampers, Feuchttücher.

ALLES IST GUT – dankeschööön an meine lieben SpenderInnen und 34 € /Wochenend-Einkauf pro Familie ist ja trotzdem im Rahmen.

Diesmal musste ich ein ganzes Stück von der Siedlung entfernt parken, denn zwei Männergruppen versperrten mit Autos die ganze Straße, debattierten und beachteten uns aber gar nicht.

„Ist gar kein Problem, wir laufen,“ erklärten mir die Frauen, doch da kamen auch schon die ersten Mädchen angehüpft und halfen ihren Mamis beim tragen.

 

„Ohne Frauen geht es nicht. Das hat sogar der liebe Gott einsehen müssen“.
(Eleonora Duse)

Aber ohne Männer geht es auch nicht und eigentlich mögen wir sie auch recht gern - wenn sie nicht "andersdenken"


Eine dicke Freundschaft hält auch noch in mageren Zeiten

 

„Du bist die beste Freundin der Welt; Lass uns noch ganz viele verrückte Dinge anstellen, das Leben entdecken und zusammen durch dick und dünn gehen! Mama ist Einkaufen, denn wir haben nur noch Licht im Kühlschrank."

 

So könnte das Gespräch gelaufen sein von den beiden Kleinen, die vergnügt auf der untersten Treppenstufe in der Stadtrand-Siedlung sitzen.

 

Der Weg zum Einkaufen ist für ihre Mütter weit und das Kochen sehr schwierig, weil die Frauen keine großen Töpfe haben und daher in kleinen Töpfen zwei oder dreimal kochen müssen, damit eine Mahlzeit für alle Mitglieder reicht.

Und manchmal ist die Verzweiflung groß, weil es noch nicht mal für das Nötigste reicht. Aber irgendwie schaffen die Frauen es doch immer wieder, alle satt zu bekommen.

 

Sheribana, Naima, Fatima und zwei weitere Frauen habe ich heute zum ersten Mami-Tag nach Schifferstadt gefahren. Dort durften sie Sachen für sich und die Familie auszusuchen.

Sie haben die Autofahrt, das Zusammensein und das „shoppen“ sehr genossen. DANKEschöön an Kerstin und Team für Eure Herzlichkeit und Großzügigkeit.


Manchmal treffe ich ja leider auch auf Leute, die sagen zu mir:

 

„Wenn mer gebbe, dann gebbe mer gern - abber mer gebbe nix!“

 

Das sind die Allerärmsten.

 



Tanze – meine Tochter – vor allem aus der Reihe !

 

Befreie deinen Geist!


Befreie dich von falschen Vorgaben und übernimm nichts, was sich für dich weder richtig noch gut anfühlt! Sei du!

 

Wohlfühlen kommt von innen.
Von innen nach außen ...
von der Erstarrung zum Impuls ...
von der Bewegung zum Tanz.


Tanze – meine Schwester – tanze zur Heilung!

 

Stampfe auf den Boden und recke die Arme gen Himmel!


Und deine innere Stärke wächst.

 

Tanze nicht nur für die Augen anderer, tanze für deine Seele!
Wenn deine Füße tanzen, kann deine Seele schweben.

 

Tanz ist Leben - tanze mein Kind, meine Schwester, meine Freundin!
Sei DU – sei frei!                       © G.Hilf

 


"Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter.
Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt."
(Joseph Victor von Scheffel)

 

„Ich bin ein Wirtschaftsflüchtlingskind“, sagen sie

und haben heute Koffer gebracht …..

 

bald, sehr bald, muss ich in ein Land, in dem ich noch nie war, denn ich bin in hier geboren. ...............

aber bald werden sie mich, meine Eltern und Geschwister holen kommen und ins NICHTS schicken.

Vielleicht sogar mitten in der Nacht.

 

In der Heimat meiner Eltern gibt es für uns nichts mehr, keine Wohnung, kein Bett – überhaupt nichts.

Wie lebt man mit NICHTS? Ich werde es lernen – müssen, bald.

 

Ich war mit meinen Geschwistern gerne hier.
Heute haben sie viel gelacht – denn sie durften das erste Mal in ihrem Leben bei Mc Donald essen, das war so ein schönes Erlebnis.

 

"Deutschland war schön – danke Deutschland", sagen sie, und wenn ich sprechen könnte, würde ich das auch sagen.

 

"Ich gehe zwar, aber ich verschwinde nicht"
(Martin Bangemann)

 

Süße Katalea - Gott schütze dich !


Mütter beschreiten manchmal Wege,
die die Engel fürchten zu gehen.
(Unbekannt)

 

„Mama darf nicht gesund werden“.

Ich habe eine größere Menge gesponserte Windeln in eine Flüchtlingssiedlung am Stadtrand bringen dürfen und will schauen, was sonst noch nötig ist.
„Was wünscht ihr euch?“, frage ich verschiedene Kinder, die mich schon von anderen Besuchen kennen, doch erneut haben sie keine Wünsche für sich selbst.

 

„Mamas Schuhe drücken und sie bräuchte eine Tasche mit Rollen zum ziehen, der Weg für Einkäufe ist so weit und schwer für uns“, berichten mir zwei Mädchen.

Ihr deutsch ist hervorragend, obwohl sie noch kein Jahr hier sind. Sie gehen gerne in die Schule, mögen Deutschland.

 

Auch Riger und Peristela aus Albanien stehen bei mir. Riger zeigt mir ein paar Kunststücke, macht dann einen Handstand und läuft so den Flur entlang.
Ein kurzes Lachen, ein stolzer Moment und doch schnell wird er wieder ernst: „Wenn Mama gesund ist, müssen wir Deutschland verlassen und zurück nach Albanien.“


„Mama soll nicht leiden, aber wir möchten auch nicht von hier weg“, und ich merke dem Zehnjährigen und seiner Schwester Peristela an, wie sehr sie diese Situation belastet.

 

Wenn eine Mutter weint, krümmt sich sogar Gott.
(aus Griechenland)

 

Ich atme tief durch, kann nicht helfen, nur zuhören.
In meinem Herzen nehmen auf, wie sehr doch die meisten Kinder in dieser Siedlung so gut integriert sind. Und ich staune immer wieder über deren Höflichkeit, Freundlichkeit und Bereitschaft sich gegenseitig zu helfen.
Gier habe ich hier bei diesen Kindern nie erlebt – nur DANKBARKEIT.

 

Eine Mutter, die ihr Kind liebevoll erzieht,
leistet an einem einzigen Tag mehr für ihr Volk
als so mancher Politiker in seiner gesamten Amtszeit.
(Werner Braun)

 

In absehbarer Zeit werde ich ein paar Kinder mit ihren Müttern in den Holiday Park einladen, ihnen einen besonders glücklichen Tag schenken – als Erinnerung an Deutschland.

 

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.
(J. Richter, Dichter u. Padagoge)


"Von Zeit zu Zeit muß man sich durch den Umgang mit guten und kräftigeren Menschen neu einbinden lassen, sonst verliert man einzelne Blätter und fällt mutlos immer mehr auseinander."
FRIEDRICH WILHELM NIETZSCHE

 

Heute habe ich mich von Ellen in Ludwigshafen „neu einbinden“ lassen und sie gerne unterstützt. Ellen ist eine wunderbare Frau, die stets Mitmenschen zu helfen versucht und einen großen Teil ihrer Freizeit dafür spendet.
Ihrem Hilferuf nach einem Fahrrad konnte ich, dank Spenden, gerne nachkommen.

Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch Kleidung, Bettwäsche und auch paar Inliner in den Van gepackt und diesmal zum „Alten Bahnhof“ gefahren, wo derzeit ca. fünfundsiebzig Flüchtlinge ein zu Hause gefunden haben.
Gemeinsam haben wir den Van entladen und Sachen, die ihnen passten oder zusagten, wurden dankbar angenommen. Der Rest wieder eingepackt - für andere. Timorshah hat hat sich über sein neues Fahrrad und eine Schultasche sehr gefreut. DANKE-SCHÖÖÖÖN an alle, die durch ihre Spenden solche Aktionen überhaupt erst ermöglichen.

 

"Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte,
weil kein Wind sie anbläst."
Jeremias Gotthelf /schweizer Schriftsteller

 

Mein „Windböen“ waren heute Eleonore in Freinsheim und Ellen in Ludwigshafen - FRAUENPOWER


Träume sind wie Luftballons, wenn du genügend davon hast, tragen sie dich überall hin!

Jede Menge (ein paar hundert) Luftballons hatte ich in meinen Taschen und verteilte diese immer wieder auf meiner Rundreise durch Afrika. (Danke Sabine und Kerstin für die Tipps und Spenden).
Armut, Not und Leid würde ich nicht mildern können, aber zumindest immer wieder einem Kind einen kurzen glücklichen Moment schenken. Ein Lächeln, ein aufmunterndes Nicken, manchmal auch eine Umarmung.
Ein kleiner Junge hat mein Herz besonders berührt.
Beim Grenzübergang nach Swaziland mussten wir alle den Bus verlassen und auf dem Weg ins Zollgebäude kam ich an einem Maschendrahtzaun vorbei. Zwei Kinder spielten dahinter und ich steckte ihnen je einen Luftballon zu. Freudig rannten sie mit den Luftballons zu einer schäbigen Wellblechbaracke.
Als ich ca. 20 Min. später, mit meinem abgestempelten Reisepass, das Zollgebäude wieder verlassen konnte, stand ganz allein ein vielleicht dreijähriger Junge an der Zaunstelle und fixierte mich bereits von weitem mit seinen großen, dunklen Kulleraugen. Kurz vor ihm, blies er seine Backen auf, schaute mich fest an und machte: „BFFFT …..bffffft ….bfffft.“
Ich habe laut gelacht über das clevere kleine Kerlchen, der wohl so geduldig auf mich gewartet hatte und ihm natürlich auch Luftballons gegeben.

 

Kinder müssen mit großen Leuten
viel Nachsicht haben.
Antoine de Saint-ExupËry


Liebende Mütter - die wahren Starken der Welt: die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und Kinder glücklich machen.

 

Besuch in einer Siedlung 

bei einer albanischen Familie.

 

Vater Dritan, Mutter Zamira, Sohn Rigers, Tochter Peristela (7) und Baby Katalea (3 M). Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder in Deutschland eine bessere Zukunft, wie so viele ......

 

"Deutschland ist schwer für mich, aber Albanien war die Hölle", dolmetscht der zehnjährige Rigers seine Mutter. Er ist ein ganz lieber und netter Junge, der alles tut, um seiner Mutter zu helfen. Sein deutsch ist bereits recht gut, er geht in Ludwigshafen in die Schule und auch sein größter Wunsch ist es,  in Deutschland bleiben zu dürfen. Doch die Chancen stehen schlecht. Albanien ist keine Kriegsgebiet und "Wirtschaftsflüchtlinge" erhalten keine Aufenthaltserlaubnis mehr. Schade, diese nette Familie hat sich, trotz schwerer Umstände in Deutschland, gut integriert. Ich habe heute jedoch auch Leute getroffen, bei denen wünschte ich, sie werden abgeschoben.

 

Mutter Zamira berichtet mir auch von der alltäglichen Gewalt in dieser Straße, den Streitereien, Schlägereien, Alkoholexzessen, Diebstählen und hässlichen Szenen selbst unter den Frauen. Sie schlagen sich z. B. um die Nutzung einer der wenigen Waschmaschinen.

Doch Zamira versucht immer wieder sich dem zu entziehen, ihre Kinder trotzdem zu versorgen, in dem sie alles per Hand in der kleinen Wohnung wäscht und den Kindern doch das Nötigste zu bieten versucht. Diese machen auch einen gepflegten und psychisch sehr guten Eindruck auf mich.

Ich bewundere die Mutter, die vor Leid in der Miniküche weint und doch lächelnd ihre Kinder streichelt. Wie sie das schafft, in der Umgebung, mit kaum Geld, kaum Schlaf, kaum Hoffnung und selbst noch nicht wieder genesen von einer sehr harten Schwangerschaft und Geburt.

 

Es muss die LIEBE sein ............................


Facebookeintrag von Natice (Bahnhofshelferin MA)

 

"Der Wohlstand", der in Deutschland auf Flüchtlinge wartet.

 

4000,- im Monat, die es wert sind, sein Leben auf der Flucht zu riskieren, das waren meine ersten gedanken, als ich gestern das zimmer einer familie betrat. bahnhofshelfer on tour...
durch einen beitrag von Gabriela wurde ich aufmerksam auf diese familie in ludwigshafen. aufgrund eines versäumnisses des vaters (mangelnde deutschkenntnisse) auf der ausländerbehörde bekommt diese familie (eltern, mutter ist schwanger und drei kleine kinder) momentan keine finanzielle unterstützung. zum essen gehen sie zu einer befreundeten syrischen familie. gabriela sammelt spenden in ihrem umfeld und hat dieser familie gestern zum 2. mal lebensmittel und den kindern spielzeug mitgebracht. die kinder hatten überhaupt nichts zum spielen.
wir hielten uns ungefähr eine stunde in der "kammer" -anders kann ich das nicht bezeichnen- auf. nachdem wir die spenden verteilt haben, schien die ca. 15 qm "große" kammer (mit dachschräge) noch beengter geworden zu sein, mir wurde es zu eng! ich stellte mir vor, ich würde in dieser kammer leben müssen, alleine, ohne job ohne aufgabe. aber ich bekam beklemmungen. außer einem schrank, zwei betten und zwei stühlen (mehr besitzen sie nicht) passt da eh nichts mehr rein! die familie muss sich ja auch noch drin aufhalten und das gestaltet sich schwierig, denn in der wohnung leben noch zwei männer, einer davon im wohnzimmer, in das die tür ihrer kammer führt. und wenn er sich dort aufhält, kann die familie, können die kinder nicht frei aus ihrer kammer ein- und ausgehen, schließlich betreten sie dann den "privatraum" des mitbewohners. gestern war der mitbewohner nicht da, so dass wir fotos machen konnten vom desolaten zustand dieser "wohnung".
(ihr müsst euch nur klarmachen, dass die enge des raumes durch fotos nicht wiedergegeben werden kann, beim fotografieren stößt man an wände, so dass es nicht möglich ist, einen perspektivischen blick zu erhalten!)
innerlich war ich erschüttert, aber äußerlich lächelte ich den kindern und den eltern zurück. es ist erstaunlich wie gefasst und freundlich diese familie uns begegnet ist. kein jammern, kein klagen, keine wut, sie erzählten uns die tatsachen, als wäre das das natürlichste auf der welt, als müsse es so sein, ist es doch der erstrebenswerte wohlstand, der hier auf sie gewartet hat!
die wut hatte ich im bauch, als wir die familie verließen, um aufs internationale frauenfest zu gehen, das ich zuerst nicht genießen konnte, weil ich diese familie und diese wohnung im kopf und bauch mitnahm...aber zum glück traf ich dort auf frauen, die sich engagieren und was tun, die sich vernetzen, um gemeinsam eine lösung zu finden. und ich sage euch, lange wird diese familie nicht ohne geld bleiben! lange wird diese familie nicht in diesem loch bleiben! wir kümmern uns!

 

danke liebe Gabriela, dass du mich mitgenommen hast, danke lieber Riad für deine hilfe beim spendenschleppen und beim übersetzen.


„Es ist besser, geringe Taten zu vollbringen, als große nur zu planen.“ Chin. Lebensweisheit

 

Ein Aufruf in Facebook ließ mich gestern hellhörig werden, Eltern mit drei Kindern in verzweifelter Lage. Kein Geld mehr, kein Essen mehr.

Zwar wollte ich heute auch zum Messplatzcamp in Lu, um den Jungens dort ein bisschen zu helfen, aber die Famillie wohnte auch nicht weit entfernt und somit konnte ich alles miteinander verbinden.

Keine guten Nachrichten vom Camp, die Lage ist nach wie vor kritisch, die Jungen sind genervt durch immense Lärmbelästigung und die schlechte seelische Verfassung von etlichen reißt die anderen mit hinunter. Immer mehr erkranken, seelisch und körperlich.

 Ein Lichtblick waren heute die knapp dreißig Rucksäcke, Reisetaschen und Koffer und alle waren innerhalb weniger Minuten auch verteilt. Ebenso ist immer noch Bettwäsche willkommen gewesen, sowie Kleidung und Schuhe. UND KUSCHELTIERE ….weiß ich inzwischen, auch die großen Jungens brauchen was zum kuscheln …sehnen sich so nach Liebe. Sehnen sich nach Hause, sorgen sich um ihre Familie zu Hause. Mit Tränen erzählte mir einer, dass gestern seine Mutter so schwer verletzt wurde und ich musste ihn in den Arm nehmen, einmal kurz drücken und trösten.

Da stehe ich bei herrlichem Sonnenschein in Lu mit fast 30 Männern auf einem Parkplatz, mein Tränengas, welches ich gleich nach Köln gekauft habe, liegt zu Hause im Schrank und hier erfahre ich nur Dankbarkeit, Respekt und auch von Sorgen, die ich nicht zu lösen vermag.

Innerhalb von 20 Min. ist mein Van leer, ………. also auf zu der syrischen Familie.

 

Ich werde von Riad begleitet, der dolmetschen wird und ich kenne seine überaus hilfsbereite Art bereits von gemeinsamen Aktionen bei den Bahnhofshelfern.

Eine kleine Frau empfängt uns, in einer winzigen Dachgeschosswohnung, mit ganz kleinen Zimmern. Davon dürfen sie im Moment eines nutzen, die anderen Räume sind ebenfalls mit mehreren Personen bewohnt. Die achtundzwanzigjährige Syrerin ist im zweiten Monat schwanger und hat bereits drei Kinder: Die Töchter Ronaida ( 7) , Jenan (5) und Sohn Mohamad (6) und alle drei schließe ich gleich in mein Herz. Sie sind so lieb.

Die fünfköpfige Familie lebt seit zwei Monaten in dieser winzigen Kammer und sie schlafen alle in zwei Betten. Grundsätzlich sind sie froh, dem Krieg entronnen zu sein, aber die Lage hier in Ludwigshafen ist natürlich auch schwierig.

Ich hatte einen Koffer mit paar Sachen dabei, eine große Kuscheldecke, Kuscheltiere, Seifenblasen und Malsachen. Außerdem ein kleines Auto. Die Kinder waren sooo glücklich darüber, denn sie haben GARNICHTS. KEIN SPIELZEUG.

 

Eine Puppe wäre der größte Wunsch der Mädchen und der Junge hätte gerne einen Ball.

„Wir gehen in den Supermarkt, alle zusammen und kaufen ein bisschen Essen ein.“, ließ ich übersetzen und die Kinder freuten sich so sehr darüber, die kleine Kammer verlassen zu dürfen und zogen für den Supermarkteinkauf mit mir extra ihre allerbesten Kleider an.

So etwas Besonderes war dieser Tag für sie.  Auf dem Weg zum Supermarkt habe ich mich kurz umbesonnen und  alle zum essen  in einen türkisches Imbisslokal eingeladen. Es war berührend zu sehen, wie sehr sie nicht nur das Essen genossen, sondern die ganze Situation.

Für einen Moment mal Sorgen vergessen zu dürfen.

Im Anschluss kauften wir im Supermarkt noch Nötiges ein, um ein paar Tage zu überbrücken und ein kleiner Bargeldbetrag war auch noch möglich.

 

Soweit ich weiß, hätte der Jobcenter die Zahlung an den Familienvater nicht einstellen dürfen. Eine schwangere Frau mit drei kleinen Kindern kann man nicht einfach jegliche Unterstützung verweigern. Die Diakonie, die von ihnen um Hilfe gebeten wurde, ließ verlauten, dass man nur mit Kleidern helfen könne. Aber die machen drei Kinder auch nicht satt. Am Montag wird es einen Termin bei der Caritas geben und ich hoffe sehr, dass die Familie Hilfe erhält. Sie sind alle fünf total sympathisch und die Kinder sehr lieb.

Ich bin dankbar, dass ich ein kleines bisschen Freude bringen konnte, denn ich bin absolut der Meinung – wir schaffen das, wenn wir wollen.

 

 Und es ist wichtig, dass wir wollen. DENN:

 

„Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Strang dieses Netzes.
Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an.“ (Indianische Weisheit)

 


"Bitte nicht anfassen", rief die junge Dame höflich aber bestimmt, als wir bei ihrem Pferd auf dem Reiterhof standen, wo Nouh das erste Mal seit eineinhalb Jahren wieder in Kontakt zu seinen geliebten Tieren kam.

 

Schnell zogen wir beide unsere Hände zurück, denn die Besitzerin hat natürlich recht.

 

Es können immer Keime an den Händen sein und man darf nicht einfach fremde Tiere berühren, streicheln oder gar füttern wollen.

 

"Fotografieren dürft ihr aber", lächelte sie jedoch, nach dem wir uns für unser Fehlverhalten bei ihr entschuldigt hatten.

 

Unser Glück konnte heute eh durch nichts mehr getrübt werden, denn Noah bekam gerade die Zusage, künftig hier Neckarau arbeiten zu dürfen.

Es freute mich so sehr, dass er dieses Angebot bei der Reitergemeinschaft Mannheim-Neckarau e.V. erhielt, denn dass es den Tieren auf hier gut geht, haben wir bei einer ausführlichen Führung erleben, sehen und spüren dürfen.

 

Unser tiefster Dank gilt Frau und Herrn Scheidel, die Nouh eine Chance geben und ihm auch zu einer Reithose verhelfen werden.

 

Später lud ich Nouh noch zu einer Tasse Tee in das gemütliche Vereinslokal ein. Ich spürte, dass ihn noch irgend etwas bedrückte. "Gibt es ein Problem?" "Die Straßenbahn", sagte er ganz leise ...."Hast Du Geld für die Tickets?" Hakte ich nach,

"Nein", antwortete er und schaute auf den Boden.

 

Da hatte ich ihm kurz vorher erklärt, dass er zukünftig 4 mal die Woche zum Reiterhof mit der Straßenbahn fahren solle bzw. dürfe und überhaupt nicht dran gedacht, dass er das im Moment gar nicht bezahlen kann.

 

Und ihm war es peinlich, darüber zu sprechen. Das bedrückte ihn, er wollte arbeiten, aber es fehlte ihm derzeit das Geld, seine Arbeitsstelle überhaupt zu erreichen.

 

Natürlich habe ich ihm für die erste Woche das Fahrgeld von WUNDERbar g.V. gleich in bar gegeben und werde auch für die folgenden 3 Wochen aufkommen - gerne.

 

Dank Simone, die den Kontakt-Tipp gegeben hat, Dank Daniela konnte ich Nouh heute bereits einen Helm und "Jacks" geben und Dank Sigrid besitzt er nun auch einen Rucksack, der groß genug ist, um diese Dinge zu transportieren. Dank Traudel bekam Nouh heute sogar einen nagelneuen Wecker, damit er auch stets pünktlich ist. Ein neuer Lebensabschnitt kann beginnen - möge er gesegnet sein.

 

    Und ich konnte ihm auch inzwischen ein Fahrrad bringen ....

 

       zum Glück spenden uns immer wieder liebe Menschen .....